Walpurgisnacht – Lasst unsere Träume hoch fliegen

Heute Nacht, in der Walpurgisnacht, können wir unsere Träume hoch und weit fliegen lassen.
Die heidnische Hexennacht, wahrscheinlich ursprünglich vom Beltane-Fest kommend, wurde von der Kirche zum Tag der heiligen Walburga, einer Benediktiner-Äbtissin des Klosters Heidenheim im 8. Jahrhundert, gemacht. Sie gilt als Schützerin der Ernte. Und sogar in die Weltliteratur, Goethes Faust, hat sie Einzug gefunden. Sollte doch Faust von Mephisto zum Brocken geleitet werden, um dort während der Walpurgisnacht Ablenkung zu erfahren und sein Gretchen zu vergessen.
Vermischt haben sich die Bräuche dieser Nacht mit den Mai-Feierlichkeiten, die bis heute festen Bestand in unserem Leben haben, z.B. dem Tanz in den Mai, dem Ansetzen der Mai-Bowle und vielem mehr.

Eine wahrlich besondere Nacht!

Drei wichtige Kräuter für heute sind der Waldmeister, der Weißdorn und der Gundermann.
Dem Gundermann sagt man nach, er würde die Hexen fern halten (leider mag er bei mir im Garten nicht mehr wachsen ☹ Warum nur?).
Den Weißdorn durfte die Schönste im Dorfe als Kronenkranz tragen.

Weißdorn-Blatt
Struktur des Weißdorn-Blattes von nahem

Der Waldmeister sollte seine Kräfte in den Liebestränken entfalten.

Waldmeister mit Blüte
Noch nicht voll erblühter Waldmeister

Doch er kann tatsächlich noch viel mehr!
Viele kennen ihn bestimmt aus unterschiedlichen Getränken und haben schon schmerzhaft erfahren müssen, dass er im Übermaß genossen Übelkeit und Kopfweh verursacht. Bitte seinen Verzehr auf jeden Fall meiden, wenn man blutverdünnende Mittel einnimmt!
In frühen Zeiten wurde das „Waldmutterkraut“ als sogenanntes Bettstrohkraut eingestreut, um bei der Entbindung zu erleichtern. Auch heute können wir seine Blätter bis zur Blüte sammeln und bei Migräne, Menstruationsbeschwerden, Frühjahrsmüdigkeit oder Einschlafstörungen versuchen. Besonders bei nervösen Unruhezuständen und Problemen beim Einschlafen würde ich nicht nur einen Tee brühen, sondern auch an seinem Duft schnuppern, sein überaus würziges Waldaroma tief in mich einsaugen.

Im Garten und auch auf dem Balkon mag er es gern halbschattig und erfreut als heimisches Wildkraut auch unsere Plüschpos.

Wer mag, kann sich für eine ganz eigene, persönliche Zeremonie dieser besonderen Nacht einen Tee aus ihm brühen, vielleicht mit ein paar Blättchen jungem Spitzwegerich, Gänseblümchen und Brennnessel. Damit fangt ihr den Geruch dieser zauberhaften Frühlingsnacht ein und müsst nicht ob der Temperaturen bei einer eisgekühlten Maibowle zittern. Wer zusätzlich getrocknete Kräuter zur Verfügung hat, kann den Genuss der Tasse Tee mit einer Räucherung begleiten.

Mit oder ohne Räucherwerk werde ich mich heute Abend mit einer dicken Decke umhüllt auf die Terrasse setzen, ganz still sein, in die Sterne sehen und meine Träume, Hoffnungen und Wünsche auf die Reise schicken. Diese Zeit wird nur mir gehören! Keine Gedanken an liebe Menschen um mich, geliebte Haustiere, entfernte Verwandte!

Nur ICH!

FÜR MICH!

Ich wünsche Euch einen zauberprächtigen Flug, sinnenbetörende Träume und einen märchenhaften Start in den Mai.

P.S.: Heute Nacht gesammelter Tau an den Kräutern soll vortrefflich der Schönheit dienen 😊 Und wer noch ein paar Blättchen Waldmeister übrig hat, kann sie einem grantigen Menschen unters Kissen legen – das soll ihn besänftigen.

Weißdorn im Frühling
Junger Austrieb vom Weißdorn im Frühling
Waldmeister
Ein Nestchen voll Waldmeister vor dem Aufblühen

P.P.S.: Rechtliches:
Wer gegen eine Zutat allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden! Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder fragt bitte vorher Euren Arzt um Rat.
Alles, was ich einstelle, basiert auf der sogenannten Erfahrungs-Heilkunde, Volksheilkunde, es sei denn ich merke den Ursprungslink zu einer staatlichen Stelle mit an. Das heißt, ich fordere hier keinesfalls dazu auf, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder zu ersetzen.
Dies ist ein Blog-Beitrag und soll Euch unterhalten.