Schlafen ist so schön!

Durch den Beitrag von Andrea von Das Texthaus bin ich auf die Idee gekommen, Euch mein Geheimrezept zu verraten. Denn Schlafen ist so schön!

Gänseblümchen
Gänseblümchen aus meinem Hexengarten

Kennt Ihr das?
Da bin ich hundemüde, auf dem Sofa schon kaum mehr ansprechbar, lege mich ins Bett, schalte das Licht aus und zack…………
Wach! Gedankenkreisel! Mist, Licht wieder an!
Selbst wenn ich richtig gut durchatme, das Licht wieder ausschalte, der Gedankenkreisel bleibt und will einfach nicht enden.

Dafür setze ich ein zweites Mittel nach dem tief Atmen ein und das gibt dem Kreisel keine Chance mehr:
Achtsamkeit üben

Wer im Bett liegend keine Schokolade mehr naschen will und auch nix mehr trinken mag, der kann sich ein kleines Sträußchen Blumen nebens Bett stellen. Ich persönlich mag grade jetzt im zeitigen Frühling die Gänseblümchen sehr, sehr gern.

Ich setze mich also ein bisschen auf, muss nicht kerzengerade sein, lieber so, dass ich mich in den Kissen einkuscheln kann. Das Licht mag ich jetzt gar nicht so hell, meine kleine Nachttischlampe reicht. Ich nehme das Gänseblümchen in die Hand und sehe mir erstmal all seine Schönheit an. Ich entdecke, welche Symmetrie Mutter Natur hier ohne Zirkel geschaffen hat. Ich sehe die vielen unterschiedlichen Farben in den Blüten-Blättchen. Ich finde Härchen auf den Blättern. Es reizt mich, jedes einzelne Teilchen vorsichtig zu befühlen. Ich streiche sanft über die Blüte. Ich spüre den Blütenstaub an meinem Finger. Die Härchen kitzeln sogar ein wenig. Es reizt mich, dieses sanfte Blüten-Gesicht ganz nah an meine Nase zu halten. Ich atme diese Süße, diesen Duft nach Leben. Ich kann zum Abschluss meine Augen schließen und mich räkelnd in meinen Kissen einspüren, dem Duft nachriechen, den Blütenstaub am Finger nachspüren. Für all das lasse ich mir ganz bewusst Zeit. Meine Zeit

Wer sich so ausschließlich nur mit einer Sache befasst, rausgerissen aus dem Gedankenkreisel, stellt fest, dass er die ganze Zeit über nicht ein einziges Mal an all die kreiselnden Dinge gedacht hat.

Und jetzt, eingekuschelt in meine warmen Kissen, mit einem Lächeln auf den Lippen über die Schönheit von Mutter Natur, freu ich mich aufs Traumland.
Die Übung kann ich natürlich auch tagsüber machen und mich damit wieder zurückholen ins Jetzt, wenn meine Gedanken mal wieder völlig abgedriftet sind. Und je öfter ich übe, desto leichter fällt es mir mich derart achtsam mit nur einem einzigen zu beschäftigen.

Licht aus, schlaft gut!

P.s.: Wer nix gegen´s essen hat, darf das Gänseblümchen gerne auch vernaschen. Es schmeckt himmlisch nussig.